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Wenn dein Kind „anders“ ist…

When your child is different
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Lesedauer: 6 Minuten

„Lisa bildet grammatikalisch komplexe Sätze ohne Fehler.“ 

„Ehm, ja klar. Was denn sonst“, dachte ich. In meinen Händen hielt ich das erste Zeugnis meiner Tochter.

Aber spulen wir mal ein paar Jahre zurück. 

Ich wollte unbedingt jung Mutter werden. Das hat geklappt. Sechs Wochen nach meinem 22ten Geburtstag wurde Lisa per Kaiserschnitt geholt. Zu dicker Schädel – das sollte sich auch in übertragenem Sinn bewahrheiten. 

Als Lisa sechs Tage alt war besuchten mich meine Großeltern. Ich öffnete ihnen die Tür, Lisa auf dem Arm. Meine Oma erzählte später, dass ihr ein wenig schaurig war, weil sie ein waches Baby anguckte und kein Neugeborenes. So ging es weiter. Lisa fing mit 8 Monaten an zu sprechen, bildete mit 16 Monaten ganze Sätze, zog sich mit 18 Monaten allein die Strumpfhose an und sang mit 20 Monaten englische Lieder im Auto mit. „Don´t speak“ von No Doubt zum Beispiel. Für mich war das ganz normal. Meine Freundinnen hatten alle noch keine Kinder und ich keine Vergleichsmöglichkeiten.

Na klar wusste ich, dass Lisa recht clever ist und vielleicht ein bisschen früher in allem als ein durchschnittliches Kind. Weiter machte ich mir darüber aber keine Gedanken. Im Kindergarten war alles super. Die Kindergärtnerinnen waren top. Viel draußen im Wald, Buden bauen und Co. Und nachmittags, wenn ich Lisa abholen kam, fand ich sie oft in der Hortgruppe – „Die machen da viel spannendere Sachen“.

Alles Bestens. 

Katastrophe: Schule

Und dann? Ja, dann begann die Schule. Gemeinschaftsgrundschule Wilkhausstraße in Wuppertal. Oder ich sollte besser sagen, die Schulkatastrophe. Lisa mauserte sich zum Klassenschreck. Weil sich Lisa langweilte und kein „braves, stilles Mädchen“ war, fiel ihr so mancher Blödsinn ein. Die Schule hatte gerade den leistungsdifferenzierten Unterricht eingeführt, also machte ich einen Termin bei der Klassenlehrerin Frau Andre – und den Namen nenne ich an dieser Stelle gerne laut – aus, die gleichzeitig auch Schulleiterin war. Auf meine Bitte, Lisa doch in den Freilernstunden mit herausfordernden Aufgaben zu versehen bekam ich zur Antwort: „Lisa muss erst die Aufgaben für alle bearbeiten, dann kann sie gerne mehr bekommen.“ „Merkste was?“, dachte ich. Wie soll ich das denn nem cleveren Kind erklären? „Dann kannste mehr bekommen“, hört sich doch wohl eher nach Strafarbeit an als nach leistungsdifferenziertem Unterricht. Und so trat ein, was ich vorausgesehen hatte. Lisa langweilte sich maßlos, machte immer mehr Blödsinn, die Klassenlehrerin wurde immer wütender, Lisa machte noch mehr Blödsinn. Ein Teufelskreis.

In einem weiteren Elterngespräch berichtete mir Frau Andre dann: „Also, ich weiß nicht mehr, was ich mit Lisa machen soll. Ich habe sie vor der ganzen Klasse angeschrien, dass sie das größte Schulmonster ist, was wir je hatten, aber das hat sie kein bisschen beeindruckt. Lisa ist einfach aufgestanden und hat gesagt: „Und wissen Sie was? Ich benehm mich jetzt so lange so schlecht, bis ich hier wegkomme“.“ Frau Andre fand Lisas Reaktion total daneben, aber weißt du, was wirklich daneben war? 

Lehrkräfte am Ende ihres Lateins

„Frau Andre, es kann doch nicht sein, dass Sie als Pädagogin kein anderes Mittel zur Verfügung haben, als das Kind vor der versammelten Klasse bloßzustellen und das auch noch richtig zu finden.“

Bis dahin war ich bemüht, Lisa im Zaum zu halten und positiv auf sie einzuwirken, damit der Schultag für alle reibungslos über die Bühne lief. Jetzt war ich im Kampfmodus. Versteh mich nicht falsch. Natürlich gehen auch mal nem Lehrer die Nerven durch und Lisa war bestimmt anstrengend. Ich habe etliche Male mit Frau Andre gesprochen und sie förmlich angebettelt, das Kind im Unterricht zu beschäftigen. Das wäre einfach gewesen. Lisa hat sich für alles Mögliche interessiert. Sie hätte sich voller Freude in Lerninhalte gestürzt, die sie noch nicht kennt und wäre ein wertvoller Teil der Klassengemeinschaft gewesen. So wie im Kindergarten auch. Mit der Kindergärtnerin habe ich dann übrigens auch noch mal gesprochen. Ich wollte wissen, ob es wirklich nie Probleme gab. Frau Leuchter wurde richtig wütend und wollte direkt zur Schule marschieren, um sich die Lehrerin vorzuknöpfen…

Manchmal muss man einfach mal reden

Das war der Zeitpunkt, an dem ich mir eine Selbsthilfegruppe gesucht habe. Für Eltern von hochbegabten Kindern. Klingt irre, ist aber so. Einfach mal alles raus quatschen und ein paar Tipps bekommen. Ich hatte mir schon gedacht, dass die anderen Eltern auch mit massiven Problemen zu kämpfen hatten, aber als ich hörte, dass ungefähr die Hälfte der hochbegabten Kinder mittlerweile auf Haupt- und Förderschulen gingen, war ich fassungslos. Ich hab daraufhin noch einmal das Gespräch mit Lisas früherer Kindergärtnerin gesucht, weil ich wusste, dass ihr Vater Schulleiter einer Förderschule war und sie bestätigte mir – ihrem Gefühl nach – diese unfassbare Anzahl hochbegabter Kinder auf Förderschulen. 

Du glaubst gar nicht, wie oft ich damals gehört habe: „Sei doch froh. Ein hochbegabtes Kind“. Aber weißt du was? Egal ob dein Kind eine Lernschwäche hat, besonders sensibel ist, Schicksalsschläge verarbeiten muss, unter einer Krankheit leidet oder hochbegabt ist. Passt dein Kind nicht ins System, bist du – vornehm ausgedrückt – gearscht. 

Ich hab dann durchgesetzt, dass Lisa die zweite Klasse überspringen durfte. Das wollte Frau Andre erst einmal nicht. Dafür bräuchte sie einen IQ-Test, springen ließe sie nur hochbegabte Kinder. 

Jedes Kind ist hoch begabt

Kurze Anmerkung von mir: Hochbegabung, das ist der offizielle Terminus. Ich glaube, dass jedes Kind hoch begabt ist – auf seine Art und  wenn wir Erwachsenen es ihm nicht verleiden oder kaputt machen. 

Ok, wir haben einen IQ-Test machen lassen. Lisa lag deutlich im Bereich der Hochbegabung. Dann fiel Frau Andre aber ein, dass sie im ersten Halbjahr der zweiten Klasse die Schreibschrift erlernen und Lisa dies erst lernen müsse, damit sie springen dürfe. „Frau Andre, ist das ihr Ernst? Wenn dieses Kind, was sich eh langweilt, jetzt sechs Monate Schreibschrift üben soll, was glauben Sie, was dann passiert?“

Frau Andre stimmte letztlich zu. Lisa hat an einem einzigen Nachmittag in den Sommerferien die Schreibschrift erlernt und durfte nach den Sommerferien die dritte Klasse besuchen. 

Der Sprung in die dritte Klasse hat Lisa zwar vor dem Schlimmsten bewahrt, glücklich waren die zwei Jahre aber bei weitem nicht. Ich sah, wie mein Kind jeden Tag unter der Schulsituation litt und konnte fast nichts dagegen unternehmen. Schulen für hochbegabte Kinder gab es damals kaum. Zwei Internate habe ich gefunden. Aber Lisa wollte nicht  von Zuhause weg. Ich habe damals intensiv dafür geworben, dass eine Lehrerin mal mit zur Elterngruppe kommt, sich über Hochbegabung informiert. Ich habe Fortbildungsangebote herausgesucht, die an den Fortbildungstagen besucht hätten werden können. Nichts hat die Schule als Ganzes oder die einzelnen Lehrerinnen interessiert. Einmal wurde mir gesagt: „Das Problem Hochbegabung gibt es doch gar nicht, Ihre Tochter ist einfach nur schwierig, dieses Mal haben wir uns als Fortbildung „Skateboardfahren“ ausgesucht, da haben wir wenigstens was von.“ Weinen, wütend sein oder lachen? Hilft alles nichts. 

Ich habe dann die Zähne zusammen gebissen. Mir immer wieder gesagt, dass wir die zwei Jahre schon rum bekommen. Ich hab Belohnungsprogramme eingeführt. Eigentlich hätten die Lehrerinnen die gebraucht, aber ich hab versucht, mein Kind „auf Spur“ zu halten. Lisa war diejenige, die den größten Preis gezahlt hat. 

Es gibt Alternativen

Aufgrund der Erfahrungen aus der Elterngruppe war mir klar, dass ich mein Kind nicht auf eine staatliche weiterführende Schule schicken konnte. Ich bin mir sicher, dass das nicht funktioniert hätte. Also habe ich früh begonnen, mich nach privaten Alternativen umzusehen. Ich bin dann auch schnell fündig geworden. Eine private Montessori-Schule mit maximal 15 Kindern in der Klasse. Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Vormittags gab es Unterricht für alle und am Nachmittag konnte jedes Kind den Unterricht des Vormittags weiterentwickeln. Entweder mit den verschiedensten Materialien den Stoff wiederholen oder Aufbaustoff erhalten und sich in das Thema vertiefen. Das Schulgeld war für mich damals sehr viel Geld und mein gesamtes Umfeld hielt mich für bescheuert. Aber nach einer Probewoche, die Lisa am Ende der dritten Klasse absolvieren durfte, war klar: Das ist unsere Schule.

Leider ist Lisa nur vier Jahre auf diese Schule gegangen, weil wir weggezogen sind. Aber ich bin der Schule heute noch dankbar dafür, was sie geleistet hat. Die Schule hatte die besten LehrerInnen – klar, denn faule Äpfel konnten sofort aussortiert werden. 15 Kinder pro Klasse waren Luxus, jedes Kind hat seinen Space bekommen und die Lernerfolge der Kinder wurden vier Mal im Jahr in ausführlichen Lernberichten mit den Eltern geteilt. Das Schulgebäude stand unter Denkmalschutz und die Kinder wurden dafür sensibilisiert, stolz auf dieses Gebäude zu sein und es zu pflegen. Es gab frisch gekochtes Schulessen. Die erste Stunde begann erst um 8:50 Uhr und die Kinder brauchten keine Schulsachen mit sich schleppen. Die Lerninhalte und die äußeren Bedingungen waren nahezu optimal. 

Es gibt auch tolle LehrerInnen

Ich weiß, dass es auch an staatlichen Schulen LehrerInnen gibt, die tolle Arbeit leisten. Meine jüngere Tochter hat viele davon kennenlernen dürfen. Ich weiß aber auch, dass das System Schule viel zu viele faule Lehrer-Äpfel anzieht, denen es gar nicht um die Kinder geht, sondern darum – wie es eine Lehrkraft mal so schön naiv mir gegenüber ausgedrückt hat: „Gut reinkommen, fett drin sitzen und nie wieder raus müssen.“ Damit meinte sie das Beamtensystem in Deutschland. Und vor allem weiß ich eines. Meine Lisa ist kein Einzelfall. Wenn dein Kind nur ein klein bisschen von der Norm des gut funktionierenden Schülers abweicht, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es mit der Schulzeit um die schönste Zeit seines Lebens beraubt wird. Die Zeit, die unbekümmert und voller Freude sein sollte: seine Kindheit.  

Mein ganz persönliches Fazit: 

Es hat fast 25 Jahre gedauert, aber als Lisa in der Grundschule war, habe ich fast jeden Tag gedacht, dass ich eigentlich eine Schule gründen müsste. Ich hab den Gedanken aber nie wirklich verfolgt, weil natürlich auch jede private Schule in Deutschland den staatlichen Vorgaben unterliegt – selbst wenn sie vieles selbst bestimmen darf. Das schien mir wenig sinnvoll. 

Aber jetzt – da es immer mehr Remote-Jobs gibt, da wir alle überall ans Internet angeschlossen sind, egal wo wir gerade sind – wird der Traum Realität. Ich packe all die Konzepte, die Ideen, die seit einem Vierteljahrhundert in mir gären zusammen, präsentiere sie meinen starken, weil kritischen Partnern und zusammen gestalten wir ein Konzept, welches nicht nur optimal für Familien ist, die auf Reisen sein wollen oder müssen, sondern eben auch für all die Kinder, die aus den verschiedensten Gründen keinen guten Platz in einer Regelschule finden. Für all die Kinder, deren Eltern klar ist, dass sie mehr für ihr Kind wollen als ein Bildungsniveau, das ganz ok ist. 

Bei UNBRICKED sind alle SchülerInnen “hoch begabt”, denn wir unterstützen dein Kind darin, seine Neigungen und Talente – seine ganz persönliche Superkraft –  zu finden und auszubilden.  Damit dein Kind den Schlüssel für ein erfolgreiches und glückliches Leben selbst in die Hand nimmt. 

Tanja für UNBRICKED

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